Großes Mausohr Myotis myotis

Das Große Mausohr (Myotis myotis) ist die größte europäische Myotis-Art und als eine der größten in Deutschland vorkommenden Fledermausarten leicht erkennbar. Zwar besteht starke Verwechslungsgefahr mit dem Kleinen Mausohr (Myotis blythii), dieses kommt jedoch lediglich in Südeuropa vor. Das Große Mausohr sammelt größere, am Boden lebende Insekten, besonders Laufkäfer, im Flug oder selbst am Boden kriechend ab. Dabei lauscht sie häufig auf die von den Käfern selbst verursachten Geräusche beim Krabbeln, um sie zu finden.

Steckbrief
LebensraumWärmeliebend. Bevorzugt Laub-, seltener Misch- und Nadelwälder ohne dichte Vegetation im Untergrund, so dass sie bodennah jagen kann.
QuartiereWochenstubenverbände vor allem auf Dachböden, seltener unterirdisch, z.B. in Kellern. Einzelne Männchen auch in Baumhöhlen, Fledermaus- oder Vogelkästen im Wald. Überwinterung von Oktober bis März/April unterirdisch in Höhlen, Stollen, Kellern, u.ä. Wanderungen zu Winterquartieren bis zu 300 km.
ReproduktionPaarungsaktivität beginnt bereits im August und ist meist im Oktober abgeschlossen. Geburt der Jungen ab Ende Mai bis Juni. Erste Ausflüge aus den Quartieren ab ca. 5 Wochen.
Größe• Kopf-Rumpf-Länge: 65–82 mm
• Unterarmlänge: 55–64 mm
• Flügelspannweite: 360–420 mm
Gewicht25–40 g
Farbe/FellOberseite mittelgrau bis gelblich. Unterseite weißgrau.
NasenformSchnauze behaart, bei älteren Tieren unbehaart, die kurz, breit und kräftig ist.
Ohrenform• Lang und breit
• Ohrenrand 7–8 Querfalten, Vorderrand nach hinten gebogen
• Tragus lanzettförmig, reicht fast bis Ohrmitte
FlügelGroß und breit.
FlugInsgesamt eher langsam, aber auch schnellerer Ruderflug oder Rüttelflug mit sehr schnellen Flügelbewegungen. Zeigen geschickte Wendemanöver. Beim Abflug stoßen sich die Tiere sprungartig vom Boden ab.
UltraschalllauteNahezu lineare Frequenzmodulation mit Startfrequenzen bei 50–75 kHz und Endfrequenzen bei 21–26 kHz. Hauptfrequenz bei 30–35 kHz. Trockene Rufe, die jedoch kräftiger als bei den anderen Myotis-Arten ist.
GefährdungStarke Populationseinbrüche v.a. in den 1970er Jahren aufgrund der Verwendung von Pestiziden und Holzschutzmitteln im Zuge der Renovierung von Kirchendachstühlen. Bestand erholt sich seit dem.
Rote Liste Deutschlands (2020): ungefährdet.
IUCN (2016): Least Concern (nicht gefährdet).