Großes Mausohr Myotis myotis

Das Große Mausohr ist die größte europäische Myotis und als eine der größten in Deutschland vorkommenden Fledermausarten leicht erkennbar. Zwar besteht starke Verwechslungsgefahr mit dem Kleinen Mausohr (Myotis blythii), dieses kommt jedoch lediglich in Südeuropa vor. Das Große Mausohr sammelt größere, am Boden lebende Insekten, besonders Laufkäfer, im Flug oder selbst am Boden kriechend ab. Dabei lauscht sie häufig auf die von den Käfern selbst verursachten Geräusche beim Krabbeln, um sie zu finden. Verzehrt wird die Beute im Flug oder an Hangplätzen.

characteristics
habitat descriptionWärmeliebend. Bevorzugt Laub-, seltener Misch- und Nadelwälder ohne dichte Vegetation im Untergrund, so dass bodennah gejagt werden kann. Parks, Wiesen, Weiden, Feuchtgebiete. Verbreitung von Polen im Norden bis nach Kleinasien im Süden, von den Niederlanden im Westen bis nach Weißrussland im Osten.
quarters Wochenstubenverbände vor allem in Dachböden von Kirchen, seltener auch anderen Gebäuden und Höhlen. Männchenquartiere in verlassenen Wochenstubenquartieren. Einzelne Männchen auch in Fledermaus- oder Vogelkästen im Wald. Große Ortstreue. Überwinterung von Oktober bis März in Höhlen, Stollen und Kellern. Wanderungen zu Winterquartieren bis zu 300 km. Verfallen bei unter 10° C allmählich in Winterschlaf, aus dem sie immer wieder aufwachen, um den Hangplatz innerhalb des Quartiers zu wechseln. Ende des Winterschlafs etwa April.
reproductionPaarungsaktivität beginnt bereits im August an den Hangplätzen und ist meist im Oktober abgeschlossen. Geburt der Jungen ab Ende Mai bis Juni/Juli. Erste Ausflüge aus den Quartieren ab ca. 5 Wochen.
size • Kopf-Rumpf-Länge: 65–82 mm
• Unterarmlänge: 55–64 mm
• Flügelspannweite: 360–420 mm
weight 25–40 g
color/furOberseite mittelgrau bis goldgelb, Kopfoberseite heller als Rücken. Unterseite weißgrau. Kurzes, dichtes Fell, an Basis schwarzbraun. Dunkle Schnauze, die kurz, breit und kräftig ist. Auf beiden Schnauzenseiten auffälliger Haarpinsel, der dazu dient, fettige Sekrete und Duftstoffe, welche in einer darunter liegenden großen Talgdrüse produziert werden, auf sich, die Jungtiere und andere Artgenossen oder das Tagesquartier zu reiben.
ear shape• Lang und breit
• Ohrenrand 7–8 Querfalten, Vorderrand nach hinten gebogen
• Tragus lanzettförmig, reicht fast bis Ohrmitte
wing shapeBreit. Armflughaut setzt an Zehenwurzel an.
flight Insgesamt eher langsam, aber auch schnellerer Ruderflug oder Rüttelflug mit sehr schnellen Flügelbewegungen. Zeigen geschickte Wendemanöver. Beim Abflug stoßen sich die Tiere sprungartig vom Boden ab. Beginnen etwa 15 min nach Sonnenuntergang mit dem Ausflug in die bis zu 17 km entfernten Jagdgebiete. Meiden Regen.
ultrasonic callsNahezu lineare Frequenzmodulation mit Startfrequenzen bei 50–75 kHz und Endfrequenzen bei 21–26 kHz. Hauptfrequenz bei 30–35 kHz. Trockene Rufe, die jedoch kräftiger als bei den anderen Myotis-Arten ist.
endangerment Starke Populationseinbrüche v.a. in den 1970er Jahren aufgrund der Verwendung von Pestiziden und Holzschutzmitteln im Zuge der Renovierung von Kirchendachstühlen.