Braunes/Graues Langohr Plecotus auritus/austriacus

Mittelgroße Arten mit sehr großen (langen) Ohren, die sich sehr ähnlich sehen.

characteristics
habitat descriptionVor allem in Wäldern verschiedener Typen, jedoch wenig in Kiefernwäldern. Auch an Wiesen und in Parkanlagen vorkommend. In ganz Europa verbreitet, vom nördlichen Skandinavien bis nach Sardinien im Süden, von Spanien im Westen bis zum Kaukasus im Osten. Vom Tiefland bis über 2000 m Höhe vorkommend.
quarters Wochenstuben aus bis zu 50 Tieren übertagen von April bis September vor allem in Baumhöhlen, unter Rinde, in Fledermauskästen, Gebäudespalten. Während Kolonien, die Baumquartiere nutzen, diese regelmäßig wechseln, sind Kolonien ihren Gebäudequartieren sehr treu. Wurden auch an sehr ungewöhnlichen Orten gefunden, wie Orgelpfeifen oder Toilettenpapierhaltern. Männchen sind in der Regel solitär. Überwinterung von November bis März in Kellern, Höhlen, Fels- und Gebäudespalten meist nahe des Quartiereingangs, auch in Baumhöhlen. Verlassen die Winterquartiere bei warmem Wetter auch, um zu jagen. Sehr ortstreu.
reproductionDie Geburt von nur einem Jungtier erfolgt meist zwischen Mitte Juni und Mitte Juli. Ab etwa sechs Wochen ist die Flugfähigkeit voll entwickelt. Die Geschlechtsreife tritt meistens erst im zweiten Lebensjahr ein. Ab etwa Anfang Auguste bilden sich Paarungsgruppen. Die intensivste Schwarmzeit findet bis Oktober an Höhlen statt, eine weitere aber schwächere Schwarmphase gibt es zwischen Februar und April.
size • Kopf-Rumpf-Länge: 42-50 mm
• Unterarmlänge: 35-43 mm
• Flügelspannweite: 240-290 mm
weight 6-9 g
color/furOberseite graubraun, zum Teil mit Rotstich, Unterseite graugelb. Um die Augen mittelbraune Fellfarbe, um die Schnauze fleischfarben. Das Gesicht ist heller mit kurzen Haaren, an den Nasenlöchern befindet sich ein wulstiges Drüsenpaar. Ohren und Tragus hell. Hinterfüße und Zehen stark behaart.
ear shapeSehr lang. Werden während des Torpors und im Winterschlaf hinter die Flügel gelegt, so dass nur der lanzettförmige Tragus zu sehen ist, der selbst einem kleinen Ohr ähnelt. Der Tragus selbst ist beim Braunen Langohr hell gelblich.
wing shapeBreit und kurz, rundlich.
flight Eher langsamer Flatter- oder Rüttelflug. Fangen Insekten im Flug oder lesen bei der Jagd Insektenbeute direkt von Blättern ab, die sie anhand ihrer Bewegungen und dadurch verursachten Raschelgeräusche, aber auch optisch erkennen. Kleinere Beute wird noch im Flug verzehrt, größere zu Fraßplätzen gebracht. Fliegen vom Boden bis in den Kronenbereich von Bäumen. Beute besteht zu einem großen Teil aus Nachtfaltern, Käfern, Heuschrecken und Spinnentieren. Ausflug in der Regel erst nach vollständigem Eintritt der Dunkelheit. Schwärmen beim morgendlichen Rückflug ca. 30 min vor dem Quartier.
ultrasonic callsFrequenzmodulierte, trockene Rufe mit Startfrequenzen bei 45 – 60 kHz und Endfrequenzen bei 18 – 13 kHz. Hauptfrequenz bei 25 – 35 kHz. Rufabstände sind sehr unterschiedlich, daher sehr unrhythmisch. Da die Rufe sehr leise sind, hinterlassen sie einen „flüsternden“ Höreindruck, der einzigartig im Vergleich zu den Arten aller anderen Gattungen ist.
endangerment „Least Concern“ (IUCN Rote Liste 2008). Insgesamt relative häufig. Gefährdung besteht vor allem aufgrund von Quartierverlust, Habitatveränderung und dem Einsatz von Holzschutzmitteln. Aufgrund ihres langsamen oberflächennahen Flugs sind sie die am häufigsten durch Straßenverkehr getötete Art. Eine hohe Gefahr besteht Dietz et al. 2007 weisen außerdem darauf hin, dass das Braunen Langohr häufig verendet an Fliegenfängern gefunden werden, die sich als tödliche Falle entpuppen, wenn die Fledermäuse versuchen, vermeintliche Beute davon abzusammeln.