Breitflügelfledermaus Eptesicus serotinus

Neben Mausohr und Abendsegler die größte in Deutschland vorkommende Fledermausart. Sie sind groß, kräftig und haben eine breite Schnauze. Die letzten eineinhalb Wirbel ragen aus der Schwanzflughaut. Die Breitflügelfledermaus gilt als Hauptüberträger der Fledermaustollwut. Diese kann nur durch Bisse auf den Menschen übertragen werden, wobei keine erhöhte Bissgefahr durch befallene Tiere besteht. Wenn ein Tier gefunden wird, sollte es unter allen Umständen nur mit Handschuhen angefasst werden. Die Breitflügelfledermaus findet sich auch in der Nossentiner/Schwinzer Heide.

characteristics
habitat descriptionSehr flexibel: Findet sich in Siedlungen, Parkanlagen, Waldrand und Schneisen, Wiesen, Flussläufe, Seen, Teiche, häufig an Straßenlaternen, nicht auf Wald angewiesen. Verbreitung von Südschweden im Norden über ganz Europa bis Taiwan im Süden, von Mittelengland im Westen bis östlich von Weißrussland. Meist bis 800 m Höhe.
quarters Wochenstuben aus bis zu 60 Tieren nutzen nahezu ausschließlich Gebäude und finden sich etwa in Dachstühlen, in Hausspalten, Zwischenböden, hinter Fensterläden. Einmal bezogene Quartiere werden normalerweise bis zur Auflösung der Wochenstuben im August beibehalten. Einzeltiere auch in Baumhöhlen und Fledermauskästen. Männchen bilden zum Teil Kolonien mit bis zu 20 Artgenossen, darüber hinaus auch mit vielen anderen Fledermausarten im gleichen Quartier. Überwinterung von Oktober – April vor allem in Gebäuden, aber auch in Felsspalten. Sehr ortstreu.
reproductionDie Geburt von einem, selten zwei Jungtieren erfolgt ab Mitte Juni. Sie werden mit ca. vier bis fünf Wochen selbständig. Die Geschlechtsreife erfolgt vermutlich erst im zweiten Jahr. Die Paarung erfolgt zwischen September und Oktober.
size • Kopf-Rumpf-Länge: 65-80 mm
• Unterarmlänge: 48-58 mm
• Flügelspannweite: 330-390 mm
weight 18-25 g.
color/furLanges Fell, das an der Oberseite meist schwarz-, dunkel- oder rotbraun, an der Unterseite gelblich braun. Gesicht und Ohren dunkel.
ear shapeKurz, Tragus länglich, ca. ¼ -1/3 der Ohrlänge, am Ende abgerundet.
wing shapeSehr breit.
flight Schwirrender und wendiger Flug aus sich ständig wiederholenden Bahnen z.B. entlang von Straßenlaternen. Sammeln auch größere Beute, z.B. Maikäfer, von Vegetation oder vom Boden ab. Jagd an strukturarmen landwirtschaftlichen Flächen genauso wie über strukturreichen Waldrändern und Viehweiden, entlang von Häusern und an Gewässern, selten jedoch im Wald. Fliegen meist ab 10 Minuten nach Sonnenuntergang.
ultrasonic callsQuasikonstantfrequente Rufe mit Startfrequenzen bei 25 – 60 kHz und Endfrequenzen bei 22 – 27 kHz. Hauptfrequenz bei 24 – 27 kHz. Langsamere und unregelmäßige Rufsequenzen hinterlassen einen nassen Höreindruck und weisen Ähnlichkeit zur Zweifarbfledermaus auf. Skiba vergleicht den Höreindruck der schnelleren Rhythmen mit „dem Geräusch eines Treckermotors mit Zündversagern“, die gut von anderen Arten unterschieden werden können. Teilweise besteht Verwechslungsgefahr mit dem Großen Mausohr.
endangerment „Least Concern“ (IUCN Rote Liste 2008). Insgesamt stabile Bestände. Gefährdung aufgrund von Habitatverlust, Gebäudesanierungen und Pestizideinsatz stark bedroht.