Forschungsprojekt: Biologische Vielfalt in Schutzgebieten

Hintergrund: Im Jahr 2017 erschien in der Zeitschrift PlosOne ein Artikel über ein Citizen Projekt, bei dem festgestellt wurde, dass die Insekten zu 75% abgenommen haben (Hallmann et al. 2017). Diese Studie hat Gesellschaft und Politik wach gerüttelt, sodass seit dem eine große Debatte zum Thema Insektenschutz geführt wird.

Interessanter Weise fand diese Langzeitstudie in Naturschutzgebieten statt. Es scheint, dass das generelle Artensterben sogar in Schutzgebieten nicht aufzuhalten ist. Wir wollen nun erforschen, ob der Rückgang der Artenvielfalt in den Schutzgebieten auch Auswirkungen auf die Fledermäuse hat. Wir sammeln dazu Daten aus ausgewählten Schutzgebieten, die dann hinsichtlich der biologischen Vielfalt der Fledermäuse und die Einflüsse darauf analysiert werden sollen.

 

Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide

Projekt-Partner:

Daten:

  • vorausgewertete Bioakustik-Daten aus verschiedenen Naturparks in Mecklenburg Vorpommern
  • Fotos aus Winterquartieren von automatischen Fotofallen

Mögliche Fragestellungen zur Analyse der Daten:

  • wie viele Arten kommen in den Naturparks vor? 
  • Gibt es Unterschiede zwischen den Naturparks? 
  • Welche Arten sind nur saisonal vorhanden?

[mitmachen]

 

Naturpark Nossentiner Schwinzer Heide

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Biosphärenreservat Karstlandschaft Südharz

Projektpartner:

Daten:

Mögliche Fragestellungen zur Analyse der Daten:

  • Wie groß ist die Fledermaus-Artenvielfalt im Südharz und wie verteilt sie sich?
  • Ist die Anzahl der Fledermausarten größer als anderen Gebieten, z.B. Naturparks? Woran könnte das liegen?
  • Hat sich die Artenvielfalt in der letzten Dekade verändert?

[mitmachen]

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Weitere Mitmach-Optionen:

  • Wenn Sie auch über Daten z.B. von Netzfängen oder bioakustische Aufnahmen aus Schutzgebieten verfügen, setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung!  email: fun@uni-greifswald.de
  • Wenn Sie eine eigene Idee für eine Forschungsfrage haben, können Sie uns diese natürlich auch gern mitteilen! Vielleicht können wir daraus gemeinsam ein neues Forschungs-Projekt konzipieren.

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Forschungsprojekt: Sozialverhalten von Fledermäusen

Gruppendynamik

Hintergrund: Fledermäuse sind sehr soziale Tiere, die meist in Gruppen leben. Wir wollen erforschen, wie so ein Gruppenleben unter Fledermäusen eigentlich funktioniert. Hierzu werden im Naturpark Nossentiner/Schwinzer Heide verschiedene Fledermauskolonien in Fledermauskästen untersucht, in denen die Fledermäuse mit Transpondern individuell markiert wurden. Mit Hilfe von automatischen Lesegeräten (Logger) kann so nachverfolgt werden, welches Individuum wann in welchem Kasten sitzt.

Projektpartner:

Daten:

  • Loggerdaten (Aufzeichnungen von Fledermäusen mit Microchips)

Mögliche Fragestellungen zur Analyse der Daten:

  • Wie häufig wechselt eine Fledermaus ihr Quartier?
  • Gibt es Freundschaften unter Fledermäusen, d.h. verbringen manche Tiere den Tag lieber mit bestimmten Artgenossen, während sie andere lieber meiden?
  • Wie oft schlafen alle Tiere einer Kolonie im gleichen Kasten und wie oft spaltet sich die Kolonie in Untergruppen auf, die in verschiedenen Quartieren schlafen?

[mitmachen]

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    Verhalten von Fledermäusen am Eingang eines Winterquartieres

    Mit Hilfe von Video-Aufnahmen wollen wir das Sozialverhalten der Fledermäuse an einem Winterquartier untersuchen. Hierzu stehen einige Videos aus einem Winterquartier in Nordrhein-Westfalen zur Verfügung. 

    Projekt-Partner:

    Daten:

    Mögliche Fragestellungen zur Analyse der Daten:

    • Welche Verhaltensweisen zeigen die Tiere?
    • Findet hier die Paarung statt?
    • Gibt es Konkurrenzkämpfe?
    • Gibt es Unterschiede in den Interaktionen zwischen den Fledermausarten im Vergleich zu den innerartlichen?

    [mitmachen]

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    Forschungsprojekt: Klimatische Einflüsse auf den Lebenszyklus der Fledermäuse

    Als wichtigste "abiotische" Einflüsse auf die Fledermausaktivität und die Wahl der Quartiere gelten klimatische Bedingungen wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit, aber auch Wettereinflüsse. Diese Faktoren haben auch einen Einfluss auf den Lebenszyklus der Fledermäuse (untere Abbildung).

    Um Fledermausaktivitäten vorhersagen zu können und z.B. Quartiereigenschaften zu optimieren, erforschen wir die klimatischen Bedingungen in verschiedenen Quartieren wie Wochenstuben, Tagesquartiere und Winterquartiere.

    Um Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu messen, verwenden wir sogenannte iButton, wie rechts im Bild. Das sind programmierbare Datenlogger, die die Messdaten automatisch aufnehmen und speichern. Diese Miniator-Datenlogger können einfach in Quartiere gelegt werden, wo sie dann über einen bestimmten Zeitraum Messdaten aufzeichnen.

    [mitmachen]

     

    Dynamik im Winterquartier

    Die verschiedenen Fledermausarten haben jeweils unterschiedliche Phasen, in denen sie in die Winterquartiere einziehen bzw. im Frühling wieder ausziehen. Wir möchte diese Dynamik näher untersuchen. In unseren "Fledermaus-Bunkern" generieren wir hierfür Daten von Lichtschranken, an die Fotofallen gekoppelt sind.

    Projekt-Partner:

    Datentypen:

    Mögliche Fragestellungen zur Analyse der Daten:

    • Welche Arten überwintern in den Bunkern?
    • Wann gehen die Fledermäuse in den Winterschlaf? Welche Arten gehen wann ins Quartier? Wie lange dauern die einzelnen Phasen?
    • Welche Rolle spielt dabei das Wetter bzw. die klimatischen Bedingungen im Quartier?

    [mitmachen]

    Wochenstuben

    Wochenstuben sind Quartiere, in denen weibliche Fledermäuse gemeinsam ihre Jungen aufziehen. Wir forschen an Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsbedingungen in verschiedenen Wochenstuben. 

    • Wo liegen Optimum-, Minimum- und Maximumwerte, die für eine Besiedlung der Quartiere essentiell sind?
    • Unterscheiden sich die Arten hierbei?

    Wir können hieraus möglicherweise Rückschlüsse auf den Klimawandel ziehen, wie sich dieser auf die Reproduktion der Fledermäuse auswirkt.

    [mitmachen]

    Winterquartiere

    Einige Fledermausarten halten in unseren Breiten in unterschiedlichen Quartieren Winterschlaf. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Arten, die oberirdisch in Baumhöhlen, Spalten an Gebäuden oder Fledermauskästen überwintern und Arten, die unterirdisch in Höhlen, Kellern, Bergwerksstollen, Bunkern  oder Tunneln überwintern.

    Mit Hilfe von speziellen Temperatur und Luftfeuchtigkeits-Datenloggern wollen wir die sehr unterschiedlichen Quartiere klimatisch charakterisieren. Mit den gewonnenen Erkenntnissen können z.B. besser einschätzen, wie robust oder empfindlich die verschiedenen Fledermausarten sind, und wie sich der Klimawandel auf den Winterschlaf der Tiere auswirken könnte.

    [mitmachen]

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    Helfen Sie uns dabei, die Daten von Netzfängen, Lichtschranken, Fotofallen oder Fledermausdetektoren zu analysieren!

    Mit Hilfe unserer Anleitungen und Video-Webinare können Sie schnell lernen, wie man die Daten der einzelnden Erfassungs-Methoden analysiert. Damit Sie sich anschließend mit dem Erlernten an Forschungsprojekten beteiligen können, müssen Sie bei manchen Analyse-Methoden kleine Eignungstests absolvieren.

    Aber keine Angst - Wissenschaft ist keine Hexerei und Sie werden schnell sehen, dass Datenanalyse auch Spaß bereitet! ;-)

     

    Wir wünschen Ihnen viel Erfolg und hoffen bald gemeinsam mit Ihnen zu forschen und spannende Publikationen zu veröffentlichen, auf denen auch Ihr Name stehen kann!

     

    Sollten Sie Fragen haben, wenden Sie sich bitte stets an fun@uni-greifswald.de